
El Hierro: Spannende Wandertouren ab Valverde
Auf der Insel El Hierro kannst du faszinierende Vulkanlandschaften, Nebelurwald, grüne Weiden und vieles mehr zu Fuß entdecken. Die westlichste der Kanarischen Inseln wurde bisher vom Massentourismus verschont. Knapp 12.000 Einwohner leben auf El Hierro. Wanderer finden hier ideale Bedingungen.
Tipps Hauptstadt Valverde
Die Inselhauptstadt Valverde liegt in etwa 600 bis 700 Metern Höhe. An vielen Tagen hängt ein Passatnebel über der Stadt. Daher ist es dann feuchter und kühler als an der Küste. Rund um Valverde starten einige schöne Wanderwege, daher lohnt es sich ein paar Tage im Ort zu übernachten. So erlebte ich an einigen Tagen auch Sonnenschein in Valverde. Ich hatte ein sehr gemütliches Apartment mit einer kleinen Heizung gemietet. Von Frühling bis Herbst kann ich Valverde zum Übernachten empfehlen. Im Winter wäre es mir zu kalt.
Ein Spaziergang durch die Fußgängerzone des Ortes lohnt sich auf jeden Fall. Hier gibt es einige kleine Läden und schöne Häuser zu entdecken. Die Kirche (Iglesia de Nuestra Señora de la Concepción), das Rathaus (Ayuntamiento) und der Plaza Principal (Plaza Virrey de Manila) sind ebenso sehenswert.


Im oberen Teil von Valverde befinden sich ein größerer Supermarkt und der Busbahnhof. Von hier starten die Busse zu den wichtigsten Orten der Insel.
Busse TransHierro: transhierro.com
Auf dem Weg nach oben erhältst du einen schönen Blick über Valverde.


Wanderwege ab Valverde
1) Ruta del Agua und Árbol Garoé
Diese Tour führt dich durch den Urwald von El Hierro zum heiligen Baum Árbol Garoé. Der Weg ist wirklich spannend, aber bei Regen solltest du ihn meiden, denn dann kann es an einigen Stellen sehr rutschig und gefährlich werden. Der „Wasserweg“ verläuft rund um das Ventejis-Massiv. Diese Tour hat eine Länge von ca. 12 Kilometern und ist bei gutem Wetter leicht zu bewältigen (ca. 500 m im An- und Abstieg). Rund um Valverde hängen häufig die Passatwolken, so war es auch am Tag meiner Wanderung.
Der Start der Route befindet sich in Valverde an der Casa de las Qinteras (Ethnografisches Museum). Dort steht auch ein Wegweiser (Garoé 4,7 km, PR EH 11, gelb). Es geht erstmal etwas steiler den Berg nach oben, zunächst über eine Nebenstraße und anschließend über einen Pfad. Hier erhältst du einen schönen Ausblick auf Valverde. Später folgt ein Schild mit dem Hinweis auf die Ruta del Agua. Der Weg ist kurzzeitig asphaltiert, danach geht es in den Wald. Dieser sieht auch schon etwas mystisch aus, aber es wird noch interessanter. Später verläuft der Weg ein Stück über rote Erde.

Danach geht es durch den Nebelwald. Hier stehen viele vermooste Bäume. Sie speichern das Wasser aus den Passatwolken. Daher tropft es teilweise auch von den Bäumen, obwohl es nicht regnet. An den Ästen hängen die Wassertropfen.



Ich fand das total spannend, aber dann kamen einige Stellen, wo der Weg nass und matschig war. Ich musste wirklich aufpassen nicht auszurutschen. Meine Wanderschuhe waren schlammig. Je weiter ich lief, umso nebeliger wurde es an diesem Tag. Es ging noch ein Stück aufwärts, dann erreichte ich den Árbol Garoé. Das kleine Museum rund um den heiligen Baum kostet 2,50 € Eintritt. Bei dem Árbol Garoé handelt es sich um einen Stinklorbeer. Daneben befinden sich noch einige Wasserlöcher.

Der Rückweg erfolgt über eine Piste Richtung San Andrés. Ca. 3 Kilometer sind es bis zum Ort. Es geht zunächst wieder leicht bergauf. Etwa 1 Kilometer vor San Andrés befindet sich links ein Abzweig (Schild Camino de La Virgen, GR 131). Dieser Weg führt zurück nach Valverde.
Ich unternahm von der Piste noch einen Abstecher auf den Gipfel des Ventejis. Da es sehr nebelig geworden war, konnte ich nicht mehr viel erkennen. Einige Tage später wanderte ich nochmal an einem sonnigen Tag hier oben bei total klarer Sicht entlang. Ohne Nebel sah alles gleich ganz anders aus.
2) Wanderung nach Tamaduste
Diese Route führt von Valverde hinab nach Tamaduste (Abstieg 600 m). Die Tour hat eine Länge von 7,5 Kilometern. Der Einstieg erfolgt in der Nähe des Centro Cultural Asabanos. Der Weg ist zunächst asphaltiert und wird später zu einem Pfad. Du erhältst hier tolle Ausblicke nach Tamaduste und auf den Flughafen.

Später geht es an einem Vulkan vorbei. Teilweise ist der Weg recht steil. Er verläuft über schwarzes Geröll (Vulkangestein). Danach geht es mal über einen asphaltierten Camino und dann wieder über einen Wanderweg weiter. Unterwegs gibt es spannende Pflanzen zu entdecken. Die Aussicht auf Tamaduste und die Vulkanlandschaft finde ich grandios.




Tamaduste ist ein schöner kleiner Ort. Die Bucht mit den Badeplätzen lädt zum Schwimmen ein. Bei meinem Besuch Ende April betrug die Temperatur allerdings nur etwa 20 Grad und es war eher bewölkt. Daher sah ich hier fast gar keine Besucher. Ich nutzte die Location für eine Pause.


3) Küstenspaziergang Tamaduste Richtung Fortaleza
Von Tamaduste kannst du noch einen tollen Spaziergang an der Küste durch die Vulkanlandschaft unternehmen. Von der Badebucht ist der Beginn des Weges schnell zu erreichen. Es geht am Stadion vorbei zu einem kleinen Parkplatz. Dort steht ein Wegweiser. Der Pfad ist mit Steinreihen versehen und einer grün-weißen Markierung. Der Weg bis Fortaleza und zurück hat eine Länge von 4,6 Kilometern. Plane dafür am besten 2 Stunden ein.
Dieser Küstenspaziergang hat mir total gut gefallen. Das schwarze Lavagestein, die Häuser, die Steilhänge und das Meer bilden eine tolle Kulisse.


Kurz nach dem Mirador Roque Gaviotas bin ich dann allerdings umgekehrt. Ich hatte keine Lust den Berg nach Valverde wieder hochzulaufen und wollte den letzten Bus noch erreichen. Ich habe es also nicht ganz bis zur Playa Fortaleza (Los Puentes) geschafft, aber es war auch so ein toller Weg.
4) Wanderung zum Mirador de La Peña
Den Mirador de La Peña kannst du gut mit einem eigenen Fahrzeug oder einem Bus erreichen.
Die Wanderung von Valverde zu diesem Aussichtspunkt empfehle ich jedem, der Lust auf Laufen und viele schöne Ausblicke hat. Unterwegs wirst du spannende Pflanzen entdecken. Bei meinem Besuch war alles so wunderschön grün. Die Wanderung hat eine Länge von 17,5 Kilometern (An- und Abstieg je 500 m). Ein großer Teil der Wanderung führt über asphaltierte Caminos, aber auch zwei Pfade mitten durch die Natur sind dabei.
Der Start des Weges ist in Valverde an der Bar Los Reyes. Es geht steil den Berg hoch Richtung Finca Las Cancelitas (Themenark). Später wird der Weg aber recht gemütlich. Nach rechts bekommst du viele schöne Ausblicke ins Tal und Richtung Meer.
Auf dem Hinweg nahm ich später einen kleinen Umweg über den Mirador El Roque de Las Gatas. Dieser war im Wanderführer nicht drin, aber es hat sich gelohnt.


Der Mirador de La Peña ist leicht zu finden. Der Aussichtpunkt mit Restaurant wurde von César Manrique geschaffen. Sowohl innen als auch außen ist alles architektonisch schön gestaltet mit vielen Pflanzen. Daher finde ich den Mirador de La Peña schon an sich sehenswert. César Manrique hat auf Lanzarote ganz viele weitere beeindruckende Projekte umgesetzt.
Im Restaurant kannst du durch große Panoramafenster aufs Golftal schauen. Aber auch draußen gibt es mehrere Aussichtspunkte, welche über einen Weg verbunden sind. Überall bekommst du geniale Aussichten ins Golftal.




Auf dem Rückweg geht es zunächst etwa 1 Kilometer auf dem Fußweg an der Hauptstraße entlang. Danach biegt links der Camino del Norte (PR EH 6, gelb) ab. Dieser führt dich zurück nach Valverde. Zunächst verläuft der Pfad durch eine Wiese nach unten.
Die vielen Pflanzen und Blumen fand ich toll. Naturgeräusche hörte ich auf diesem Weg so einige, z.B. Vögel und es gab auch viele Schmetterlinge. Später war der Weg auf einem kurzen Abschnitt sehr zugewachsen. Gut das ich an diesem Tag eine lange Hose anhatte.
Der Camino del Norte ist durchgängig gut ausgeschildert und führt durch die Dörfer Erese und Mocanal.


Weitere Wanderwege und Ausflüge auf El Hierro
Auf El Hierro existieren viele Wege, welche du erkunden kannst, um die Schönheit der Insel zu entdecken. Schau dir gerne auch diese Posts an:
➼ Küstenspaziergang im Golftal
➼ Tour zum Malpaso (Camino de La Virgen)
Alle von mir vorgestellten Wandertouren sind im Rother Wanderführer El Hierro * detailliert beschrieben.
Sehenswert ist außerdem El Sabinar (Wacholderbäume) im Westen und La Restinga im Süden der Insel. Informationen dazu erhältst du z.B. im Reiseführer Insel Trip El Hierro. *
Anreise nach El Hierro mit Flieger oder Fähre
El Hierro kannst du mit dem Flugzeug oder einer Fähre erreichen.
Flüge
Binter fliegt 1- bis 2-mal täglich von Gran Canaria nach El Hierro. Von Teneriffa existieren noch häufigere Verbindungen, etwa 5-mal am Tag. Die Flugdauer beträgt 55 Minuten von Gran Canaria und 40 Minuten von Teneriffa. Flüge findest du z.B. über Skyscanner, bei Binter direkt oder via Booking.com.
Der Flughafen von El Hierro ist wirklich total niedlich mit einer kleinen Landebahn. Hier kommen nur kleine Maschinen an.
Fähren
Die Anreise per Fähre ist nur von Teneriffa (Los Cristianos) möglich. Die Überfahrt dauert 2 Stunden und 20 Minuten.
Der Fokus meiner Reise war El Hierro (1 Woche Aufenthalt). Trotzdem hatte ich ein wenig Lust auf einen (hellen) großen Strand nach dem Winter. Daher nahm ich einen Flug nach Gran Canaria und blieb 3 Tage in Maspalomas (Playa del Inglés). Hier kannst du z.B. tolle Strandspaziergänge rund um die Dünen unternehmen.
Danach flog ich mit Binter nach El Hierro. Auf dem Rückweg nahm ich umweltfreundlich (die erste) Fähre nach Teneriffa, damit ich in Los Cristianos noch mal ins Wasser hüpfen kann. Ich hatte bei meinem Hotel gefragt, ob ich früher einchecken darf. Das war dann sogar kostenlos möglich. Ich hätte auch eine kleine Gebühr bezahlt. So verbrachte ich am Ende noch einen tollen Tag auf Teneriffa am Strand. 🙂
Die Flüge bei Binter sind meistens günstiger, wenn man sie ein paar Monate (Wochen) im Voraus bucht. Tickets für die Fähre kannst du vor Ort am Hafen oder Online bei Fred Olsen kaufen. Es sind in der Regel große Fähren mit ausreichend Sitzplätzen.
